Der Fall Mt.Gox

Jüngste Untersuchungen haben ergeben was viele Bitcoiner lange vermuteten. Die 850000 BTC die im Februar 2014 von dem japanischen Bitcoinexchange Mt.Gox verschwanden hatten nichts mit der Transaction Malleability zu tun, wie offiziell behauptet wurde.

Hier ein Wikipediaauszug für alle, die Mt.Gox nicht kennen sollten:

” Mt.Gox K.K. (engl. Mt.Gox Co. Ltd.) war einer der weltweit größten Handelsplätze für Bitcoins. Es wurde 2009 als Tauschplatz für Sammelkarten gegründet, im Jahr 2010 zu einer Bitcoin-Börse umgewidmet und wurde schnell einer der wichtigsten Wettbewerber im Bitcoin-Handel. Im August 2013 wurden 60 % des weltweiten Bitcoin-Handelsvolumens über die Plattform vermittelt. Am 28. Februar 2014 meldete das Unternehmen bei einem japanischen Bezirksgericht Insolvenz an.”

Kurz ausgedrückt bedeutet Transaction Malleability das ändern eines Hashes einer Transaktion, indem man andere nicht essentielle Daten verändert. Bei einem Missbrauch dieses Fehlers wird eine Transaktion abgefangen, ihr Hash geändert und als eine neue Transaktion gesendet. Landet die geänderte Transaktion in einem Block so hat man den Bitcoin, allerdings ist dieser dann immer noch als “nicht empfangen” im Mt.Gox System gemeldet.

Nun beschwert man sich beim Support man hätte den Bitcoin niemals erhalten – Und weil der Support nach TXID ( Transaction ID ) sucht, sehen sie dass die originale Transaktion nicht in der Blockchain auftaucht. Schwupps bekommt man seinen “verlorenen” Bitcoin ersetzt.

Das wirklich haarsträubende daran ist die Tatsache, dass dieser Fehler über die letzten Jahre wohlbekannt war und schnell behoben wurde. Die Exchanges mussten ihre Systeme lediglich umstellen sodass die Inputs/Outputs überwacht werden statt der Transaction ID’s um die Transaktionen zu bestätigen. Die meisten taten das auch.

Wieso Mt.Gox als damals größter Exchange diesen Fehler nie behoben hat, wirft viele Fragen auf und lässt viele Leute die ihre Bitcoins verloren haben den Börsenleiter Mark Karpeles als Scharlatan empfinden.

Und gestern wurde sein Ruf als Betrüger nochmal gestärkt. Laut der Untersuchungen wiesen weltweit insgesamt nur 302000 Bitcoins jemals Probleme im Zusammenhang mit Transaction Malleability vor. In 1811 Fällen von den 302000 Bitcoins wurden diese Missbraucht ( vor dem Zeitpunkt an dem MtGox die withdraw Funktion aushebelte ).

Und zu alldem : 78.64% dieser Attacken waren erfolglos. Laut Rechnung könnten somit weltweit insgesamt nur 386 Bitcoins durch Missbrauch von Transaction Malleability gestohlen worden sein.

Selbst falls all diese Attacken nur auf Mt.Gox gerichtet gewesen wären, so wäre Transaction Malleability sicherlich keine Antwort auf die noch vermissten 649600 Bitcoins ( Richtig gelesen : 200000 BTC hat Karpeles nämlich noch in einer verstaubten old-Format Wallet “wiedergefunden” *lach* )

Natürlich sind die Massenmedien absolut vernarrt in solche Themen, weil es ihnen die Chance gibt zu behaupten der Bitcoin wurde “gehackt”. Solche Behauptungen sind überaus schädlich für die öffentliche Wahrnehmung von Bitcoin – Und Mt.Gox scheint sich auch nicht zu kümmern, dort wird zur zeit eifrig versucht die eigenen Schafe ins Trockene zu bringen.

 

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