EU : Mehrwertsteuer auf Bitcoin?

Kommt bald eine EU-weite Mehrwertsteuer für Bitcoin ?

 

Die schwedische Regierung hat sich an die Europäische Union gewandt mit dem Ersuchen, Regeln für den Umgang mit Kryptowährung innerhalb der EU zu verfassen. Hierbei geht es insbesondere um die Frage, ob auf Kryptowährung wie Bitcoin, Litecoin oder Dogecoin eine Mehrwertsteuer erhoben werden soll.

Am 02. Juni, 2014 reichte das oberste Verwaltungsgericht von Schweden, Högsta förvaltningsdomstolen, ein spezielles Ersuchen beim Europäischen Gerichtshof ein. Man wollte erfahren, ob auf Bitcoin-Marktplätzen die Umsatz- und/oder Mehrwertsteuer eingeführt werden sollte.

Nachdem Großbritannien seine Position gegenüber Bitcoin bereits gelockert hat, möchte man in Schweden eine offizielle Bestätigung von der EU bekommen. In Großbritannien wird beim Handel von Bitcoin gegen ausländische Währungen wie Euro oder US Dollar keine Mehrwertsteuer auf den Exchanges erhoben. Auch das Mining bleibt steuerfrei.

Darüber hinaus soll das Urteil entscheiden, ob Bitcoin nun als Währung behandelt wird oder nicht. Falls ja, dann fällt keine Mehrwertsteuer auf Bitcointransaktionen. Falls nicht, dann könnten bald Steuern in Höhe von 21% für das Handeln mit Bitcoins erhoben werden. Ob für das Minen von Bitcoins auch Steuern erhoben werden, ist eine weitere Frage die vorerst noch offen steht.

Unterschiedliche Regelungen innerhalb der EU-Länder

Da seitens der EU bisher noch keine einheitliche Steuerregelungen verordnet wurden, haben sich die verschiedenen Staaten innerhalb der EU ihre eigenen Regelungen verfasst. Dabei sind verschiedene Positionen vertreten: manche Länder wollen Transaktionen im Zusammenhang mit Bitcoin besteuern, manche nicht.

Im Januar 2014 kündigte die schwedische Zentralbank an, dass man Bitcoin in Schweden nicht als Währung sondern als Vermögenswert behandelt, so wie beispielsweise Kunst- oder Sammlerobjekte. Das bedeutet, dass auf Transaktionen mit Kryptowährung eine Kapitalertragssteuer fällt.

In Polen ist man der Ansicht, dass sämtliche Transaktionen im Zusammenhang mit Bitcoin steuerpflichtig sind. Estland ist derselben Meinung.

Das Bundesministerium für Finanzen in Deutschland ist der Ansicht, dass in Zukunft der gewerbliche Verkauf von Bitcoins als sonstige Leistung” voll umsatzsteuerpflichtig sei ( hier mehr dazu ). Bisher gilt Bitcoin in Deutschland als “privates Geld”. Umsätze mit Bitcoins unterliegen der Umsatzsteuer, Kursgewinne werden erst nach einem Jahr steuerfrei.

Momentan ist innerhalb der EU Großbritannien wohl der attraktivste Staat für Bitcoiner durch seine vorteilhaften und klar formulierten Steuerregelungen für Kryptowährungen. Viele Bitcoin-Unternehmer aus anderen EU-Ländern und auch von Übersee siedeln sich momentan im Vereinigten Königreich an.

Michel Barnier, Vizepräsident der Europäischen Kommision, sagte dazu :

“Wir werden uns nun anschauen, was unternommen werden kann, um einen regulativen Rahmen in diesem Sektor zu schaffen, insbesondere unter Berücksichtigung der Risiken in Hinsicht auf Finanzverbrechen, die aus der anonymen Natur dieser virtuellen Währungen erwachsen. Es ist zwingend erforderlich, dass diese Sache schnellstens erledigt wird. Das Potential für Geldwäsche und die Finanzierung von Terroristen ist zu groß um es zu ignorieren.”  Quelle : Reuters

 

 

Foto : Wikimedia

2 Comments

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

five × two =